Alle Infos zu SBM auf der BAUMA 2022

Halle B2.249

outdoor 23B.B23.15; 23B.B23.26 (zwischen Hallen B2/B3)

Der autonome Brecher kommt.

Mit der Markteinführung des neuen REMAX 600 im markanten Stealth-Design nimmt SBM Mineral Processing die nächste wichtige Etappe hin zum „autonomen Brechen“. In München informiert der österreichische Aufbereitungsspezialist unter anderem über sein weit fortgeschrittenes Entwicklungsprojekt, das bereits in naher Zukunft die mobile Aufbereitung revolutionieren soll.

Bereits Ende vergangenen Jahres angekündigt, präsentiert SBM Mineral Processing in München den neuen raupenmobilen Prallbrecher REMAX 600. Mit einer Aufgabeleistung von 600 t/h, einem 1400er Prallbrecher für Aufgabegrößen bis 900 mm und einem ausstattungsabhängigen Gesamtgewicht von max. 75 Tonnen liefert die Anlage bis zu fünf Fraktionen in einem Durchgang. Eine dreifache Windsichtung und – als Novum bei hochmobilen Raupenbrechern – der sehr effiziente Überbandmagnet mit optionalem Längsaustrag gewährleisten auch im Recycling eine hohe Reinheit der Endprodukte.

Die umfangreiche Ausrüstung des Brechers im markanten Stealth-Design kommt nicht von ungefähr: Der neue REMAX 600 ist Technologieträger für die weltweit erste vollautonome Produktionsüberwachung und -steuerung, die SBM derzeit in enger Zusammenarbeit mit Forschern der Montan-Universität Leoben entwickelt. Auf Basis modernster Sensorik und Videotechnologie, leistungsfähiger Kommunikations- und IT-Netzwerke sowie maschinentechnischer Innovationen, wie der automatischen Brechspaltverstellung hält erstmals „Künstliche Intelligenz“ Einzug in die mobile Aufbereitung. Der „autonome Brecher“ soll Betreiber und Maschinisten bei allen Entscheidungen unterstützen und im Betrieb dauerhaft entlasten, jederzeit ein Optimum an Produktqualität gewährleisten und dabei auch maßgeblich zur Energieeinsparung im Brechbetrieb beitragen.

 

Mensch/Maschine neu gedacht

Seit über zwei Jahren läuft das ambitionierte F&E-Projekt „Autonomes Brechen“ mit interdisziplinären Teams aus Mitarbeitern des renommierten Leobener Lehrstuhls „Aufbereitung und Veredelung“ und der SBM-Entwicklungsabteilungen. Auftrag und Ziel ist es, mit „intelligenten“, selbst-lernenden mobilen Brechern den entscheidenden Schritt von der bereits heute weitgehend über-wachten und im Zusammenspiel aller Prozess-Schritte optimierten Zerkleinerung zur autonomen, voll automatisierten Produktion zu machen.

In dem bereits weit fortgeschrittenen Projekt beurteilt die Maschine über Sensoren und Kamerasysteme eigenständig Aufgabegut und Endprodukte, erfasst noch besser als bisher die Lastzustände von Brecher und Fördereinrichtungen und optimiert alle Trennprozesse bis hin zu Überbandmagneten und Windsichtern. Die weiterentwickelte SBM-Steuerung Crush Control validiert alle Betriebszustände und Materialeigenschaften in Echtzeit und leitet die Werte über eine Cloudlösung in die SBM-Zentrale. Ein dort erstellter „digitale Zwilling“ gleicht die realen Maschinenleitungen mit Tausenden hinterlegten Referenz-Daten aus 1:1-Güteprüfungen, Labortests und Computersimulationen ab (Gesteinseigenschaften, Sieblinien, Kornformen, etc.). Die daraus ermittelten Optimierungspotenziale werden an die Maschinensteuerung zurück gesandt und ermöglichen vor Ort eine unmittelbare und ständige Anpassung aller Prozessstufen ohne Betriebsunterbrechungen.

Laut SBM soll das autonome Brechen Betreiber und Bedienpersonal erheblich unterstützen und entlasten: So lässt sich die Anlage datenbasiert bereits vor Standort- oder Materialwechseln über die richtige Auswahl der Siebmedien exakt auf die Anforderungen hin konfigurieren. Über eine interaktive Menüsteuerung können auch unerfahrene Maschinisten die Produktion präzise einstellen – je nachdem ob maximaler Ausstoß, minimaler Kraftstoffverbrauch („Eco-Mode“) oder die mengenoptimierte Produktion bestimmter Wertkörnungen gefragt sind. Eine weitere Entlastung bringt auch die neuartige integrierte Werkzeugüberwachung im Prallbrecher, die während der Produktion verschleißbedingten Qualitätseinbußen entgegensteuert und wichtige Unterstützung bei der vorausschauenden Wartung leistet.

In großangelegten Testreihen mit dem REMAX 600 werden alle System-Komponenten im kommenden Jahr unter Praxisbedingungen optimiert. Mit dem Abschluss der Arbeiten und der Marktreife der auch auf andere Leistungsklassen übertragbaren Technologie rechnet man etwa 2024.

 

Neue Benchmark für 1400er-Prallbrecher

Auch ohne „KI inside“ sind die Leistungsdaten des neuen Flaggschiffs der SBM REMAX-Baureihe beeindruckend: Tatsächlich eröffnet er mit den 600 t/h seines weiterentwickelten Prallbrecher 13/14/4 mit 1380 x 1000 mm-Einlauf (B x H), den transportfreundlichen Abmessungen (max. 21,8 x 3,48 x 3,80 m (LxBxH) und Gesamtgewichten von nur 60 bis 75 Tonnen ein komplett neues Leistungssegment in der mobilen Primär- und Sekundärzerkleinerung. Schon vor dem offiziellen Marktstart im Oktober entschieden sich laut SBM die ersten Kunden für die „0-Serie“ – voll ver-fügbar wird die mobile Highend-Lösung damit gegen Mitte 2023 sein.

Ein entscheidendes Argument für den REMAX 600 ist wie bei allen SBM-Mobilanlagen der verbrauchsoptimierte diesel-elektrische Hybrid-Antrieb mit optionalem Netzbetrieb: Eine kompakte Einheit aus 15-Liter-Cummins-Turbodiesel (EU-V) und 553-kVa-Generator übernimmt die Versorgung aller elektrischen Antriebe – vom 250 kW starken E-Motor des Brechers, über die komplette Förder- und Siebtechnik bis hin zu den beiden elektrisch angetriebenen Hydraulikeinheiten von Fahrwerk und Arbeitshydraulik. Durch diese Auslegung bleiben auch im vollelektrischen Netzbetrieb alle Anlagenfunktionen verfügbar, was Vor-Ort-Emissionen (Abgase, Lärm) gegen-über anderen Hybrid-Konzepten mit kurzzeitigen Diesel-Interventionen erheblich reduziert. Auch im dieselgestützten Betrieb überzeugt der drehmomentstarke Antrieb mit dauerhaft niedrigen Drehzahlen, was neben einer geringen Umfeldbelastung vor allem zu einem günstigen Verbrauch selbst unter hoher Auslastung aller Nebenaggregate führt.

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Dabei bietet der REMAX 600 ein vollständiges Paket an Standardausrüstungen und Optionen, das auch eine hohe Wertschöpfung durch eine Vielzahl qualitativ hochwertiger Endkörnungen gewährleistet. Dazu zählen neben der serienmäßigen Vorabsiebung über ein Doppeldeck-Kreisschwingersieb insbesondere die drei optionalen Kreisschwinger-Nachsiebeinheiten (1-, 2-, 3-Deck) – jeweils inkl. Überkorn-Rückführung und hoch auskragenden Austragsbändern für groß dimensionierte Produkthalden.

Alle Haldenbänder lassen sich hydraulisch einklappen und verbleiben an der Maschine. Dies ermöglicht einen One-Piece-Transport und kurze Rüstzeiten der stützenlosen Anlage ohne weitere Hilfsmittel selbst im Ein-Mann-Betrieb. Unterstützt wird der Maschinist dabei von den Startroutinen der SBM-Anlagensteuerung Crush Control mit ihrem zentralen 10‘‘-Display, der multifunktionalen Funkfernbedienung sowie dem cloudbasiertem Fernzugriff auf alle Betriebszustände via Smartphone oder Tablet.